Maut in Spanien

Maut in Spanien

ID 44607961 © Iakov Filimonov | Dreamstime.comDie allermeisten Urlauber, die von Deutschland aus mit dem Auto nach Spanien reisen, nehmen dieselbe Route: die A36/E54 in Richtung Lyon – über Mulhouse und Besancon. Bei Dole erfolgt der Wechsel auf die A39 in Richtung Lyon und die anschließende Umfahrung von Lyon mit der Fahrtrichtung Orange über die A7/E15. In Orange die A9/E15 über Montepellier und Pergignan bis zur spanischen Grenze nehmen.

Ähnlich wie in Deutschland ist das gesamte französische Autobahnnetz mit breiten Fahrbahnen sehr gut ausgebaut. Der größte Teil der Autobahnen, die auf dem Weg nach Spanien in Frankreich befahren werden – es sind insgesamt ca. 870 Kilometer - sind mautpflichtig. Theoretisch lassen sich die gebührenpflichtigen Mautstraßen auf anderen Straßen umfahren, allerdings lohnt das aufgrund des erheblichen Zeitverlustes und des höheren Spritverbrauchs nicht. Ein großer Vorteil: auf den mautpflichtigen Autobahnen in Frankreich kommt es nur zu wenigen Verkehrsbehinderungen durch Staus.

Nachdem man die spanische Grenze mit dem Auto passiert hat, fällt sofort auf: die spanischen Autobahnen sind mittlerweile ähnlich gut und modern ausgebaut wie die französischen, allerdings mautmäßig noch teurer. Allerdings ist das Benzin in Spanien ca. 20-30 Cent günstiger als in Frankreich oder Deutschland. In Spanien sind noch immer diverse Autobahnen und Teilstücke im Bau, das Autobahnnetz ist noch nicht so dicht ausgebaut wie in Frankreich oder Deutschland. Die Beschilderungen auf den Autobahnen sind sehr gut und die Ausfahrten sinnvoll und nachvollziehbar durchnummeriert.

Auf Maut-Autobahnen in den Spanien-Urlaub

Die Verkehrsregeln in Spanien sind nicht grundlegend anders als auf deutschen Straßen, die Spanier fahren mittlerweile aber wesentlich zivilisierte und defensiver als man das von früher gewohnt ist. Gehupt wird allerdings – dem spanischen Temperament folgend – noch immer viel mehr als in anderen europäischen Ländern. Die Polizeipräsenz ist in Spanien hoch, allerdings halten sich die Polizisten mit Eingriffen in den Straßenverkehr zurück.

In Spanien sind mittlerweile, ähnlich wie in Deutschland und Frankreich, fast alle großen Kreuzungen zu Kreisverkehren und „roundabouts“ umgebaut worden. Das Autofahren ist hier seither angenehmer geworden – Staus und lange Ampelperioden gibt es erheblich weniger als früher.

Auch die Landstraßen und Bundesstraßen wurden – auch mit EU-Fördermitteln – in den letzten Jahren sehr gut ausgebaut. Anders wie in Frankreich und Deutschland verlaufen in Spanien oft parallel zu den Autobahnen mautfreie und bestens ausgebaute mehrspurige Bundesstraßen, so dass man immer wieder die teure Autobahn verlassen und auf der gebührenfreien Bundesstraße weiterfahren kann.

Das spanische Autobahnnetz wird von verschiedenen privaten Gesellschaften betrieben, die auf bestimmten Strecken Mautgebühren erheben. In der Regel werden die Straßengebühren in Spanien nur auf den „Autopistas“ (gekennzeichnet mit einem weißen AP auf blauem Schild) erhoben. Die vom Staat betriebenen „Autovías“ (erkennbar am weißem A auf blauem Schild) sind kostenlos.

Mautfreie Stadtautobahnen und -umfahrungen gibt es auch in allen größeren Städten, wie Barcelona, Valencia, Bilbao und Alicante. Der Autobahnring um Madrid ist allerdings teilweise gebührenpflichtig.

Die Maut in Spanien ist außerdem von Tageszeiten, bestimmten Wochen oder auch Feiertagen abhängig.

Die spanische Maut nach Fahrzeugklassen

Die meisten Mautgesellschaften unterscheiden die Fahrzeuge in die beiden Kategorien "Ligeros" oder "Pesados". Wer privat reist und selbst fährt fällt in die Kategorie "Ligeros" (so z.B. Motorräder mit und ohne Beiwagen, Pkw ohne Anhänger oder mit Anhänger, Lieferwägen und Kleintransporter ohne Zwillingsbereifung mit 2 Achsen und 4 Rädern, Kleinbusse mit 2 Achsen und 4 Rädern).

Wohnmobile fallen ebenfalls in diese Kategorie; für Wohnmobile mit Zwillingsbereifung wird ein Zuschlag von durchschnittlich 55% erhoben.

Mautberechnung auf spanischen Autobahnen

ID 41558239 © Arenaphotouk | Dreamstime.comAuf den meisten spanischen Autobahnen richtet sich die Höhe der zu zahlenden Maut ganz einfach nach der gefahrenen Strecke. An der Station in der man auf die Mautstrecke einfährt, zieht man ein Ticket und bezahlt erst, wenn man die Autobahn wechselt oder verlässt.

Wer Fragen hat: die Maut-Schalter mit einem grünem Pfeil sind normalerweise mit Personal besetzt, das spanisch und englisch spricht.

Auf einigen Teilstrecken im spanischen Autobahnnetz zahlt man an der Mautstation eine pauschale Gebühr unabhängig von der zu fahrenden Strecke, ein Ticket muss dann nicht gezogen werden. An einigen wenigen anderen Abschnitten werfen Sie das vorher abgezählte Geld – der Mautbetrag wird rechtzeitig vorher angezeigt - in einen Trichter.

Ansonsten kann man an den Mautstationen in Spanien überall mit Bargeld oder mit den gängigen internationalen Kreditkarten (z.B. VISA, American Express oder Mastercard) bezahlen. Bitte beachten: Prepaid-Kreditkarten und normale Bankkarten (z.B. mit Maestro- oder V-Pay-Symbol) werden zur automatischen Zahlung nicht angenommen.

Wer mit Kreditkarte zahlen will, ordnet sich rechtzeitig an den speziell für Kartenzahlung reservierten Spuren, den sogenannten »vias automáticas«, ein. Wie im Parkhaus üblich steckt man zuerst das Mautticket und anschließend dann die Kreditkarte mit dem Magnetstreifen unten rechts in den Maut-Automaten. Eine Quittung kann man mit einem extra Knopfdruck anfordern.

Neuer Service in Spanien: Maut per Abo elektronisch bezahlen

Die mit „Télépéaje/Télépéage“, „VIA-T“ oder nur „T“ gekennzeichneten Zahlstellen sind für durchreisende Urlauber nicht vorgesehen, sondern regelmäßigen, meist inländischen und geschäftlichen Autofahrern vorbehalten, die einen Transponder, über den die Bezahlung der Straßengebühr dann per Abo völlig bargeldfrei und automatisch erfolgt, nutzen.

Sollten Sie diese – natürliche einfachste – Form der Mautentrichtung auch für Ihren Urlaub buchen wollen, geht das seit einiger Zeit auch für „normale Urlauber“. Hierzu müssen Sie das Anmeldeprocedere rechtzeitig vorher in die Wege leiten, damit Sie dann mit der elektronischen Plakette und auf den speziell mit einem großen orangenen „T“ (für Télépéage) gekennzeichneten Fahrbahnen einfach durchfahren können, nachdem sich die Schranken vollautomatisch und schnell geöffnet haben. Die Kosten für diese sogenannte elektronische Bip&Go-Mautplakette sind im Verhältnis zur erheblichen Zeitersparnis (keine Warteschlangen!) gering.

Die elektronische Mautplakette gibt es in zwei Varianten. Wer mindestens einmal pro Monat mautpflichtige Autobahnen in Spanien und/oder Frankreich nutzt, bucht sinnvollerweise ein Jahresabo. Reist man nur einmal oder einige Male pro Jahr durch Spanien (und auch Frankreich) bucht man das sogenannte A-la-Carte-Modell – bei dieser Variante wird die Abo-Monatsgebühr nur in den Monaten berechnet, in denen die Plakette tatsächlich benutzt wird. Die Mautgebühren kommen zu der Abopauschale hinzu und werden automatisch abgebucht.

Beantragt werden kann die Plakette auf der Webseite von Bip&Go: www.bipandgo.com/de/

Die Firma versendet die Mautplakette mit Halterung zur Befestigung an der Frontwindschutzscheibe innerhalb von 48 Stunden nach Bestellung.

Die neue spanische Regierung unter Führung der PSOE plant ein Ende der Mautgebühren auf spanischen Autobahnen. Das wird noch dauern und passiert dann in Etappen. Ab 2021 soll ganz Spanien mautfrei sein.

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