Casa Batlló Barcelona

Casa Batlló – das wohl schönste Haus von Barcelona

ID 67121689 © Thevirex | Dreamstime.comBarcelona gilt unter Freunden und Fachleuten von innovativer Architektur und moderner Kunst als Spaniens Tor zur europäischen Kultur.

Wenn Sie sich für Kunst und Architektur interessieren, dann haben Sie während Ihres Ferienhaus-Urlaubs in Barcelona die Gelegenheit sehr viel Spannendes und Abwechslungsreiches zu entdecken.

In den 1890er Jahren hat Pablo Picasso in Barcelona die Avantgarde der Künstler getroffen, dank derer er dann den Weg nach Paris und zum Weltruhm fand. Auch Joan Miró wuchs hier bekanntlich auf und hat der Stadt diverse faszinierende Kunstwerke hinterlassen.

Antoní Gaudí schließlich verband Art nouveau-Elemente mit seiner originellen, skurrilen und ganz eigenen architektonischen Art und Weise.


Casa Battló: eines der wichtigsten Bauwerke von Antoni Gaudí

Neben der berühmten Sagrada Família gilt die Casa Batlló am Prachtboulevard Passeig de Gràcia 43, etwa 500 Meter oberhalb des Plaça de Catalunya, als schönstes Wahrzeichen von Barcelona und berühmtestes Werk von Gaudí. Die auffällige bunte Fassade und das schuppige Dach symbolisieren die Geschichte um Saint Jordi, den sagenumwobenen - gegen Drachen kämpfenden – Heiligen Georg, den Schutzpatron der Katalanen. Gaudí wurde 1904 von dem Textilunternehmer Josep Batlló i Casanovas mit der Neugestaltung des Wohnhauses, das ursprünglich aus dem späten 19. Jahrhundert stammt, beauftragt.

Die reiche Familie wünschte sich einen spektakulären Wohn-Palast, ganz nach dem letzten Schrei der damaligen Zeit. Der berühmteste Architekt in der Geschichte von Barcelona baute das Anwesen bis 1906 im Stil des Modernisme von Grund auf zu einem der angesehendsten und meist bewundertsten Gebäude um und ließ sich dafür von Tier- und Naturformen inspirieren. Das Dach symbolisiert die Schuppen und den Rücken des Drachen, gegen den der Heilige Georg kämpfte, das Kreuz auf dem Dach stellt seine Lanze dar. Die schmiedeeisernen Balkone der Casa Batlló mit ihrer ungewöhnlichen Schädelform stehen für Totenschädel und die Galerie im ersten Stock für das Drachenmaul. Überall in Barcelona finden sich übrigens heute Gegenstände und Bauwerksteile, die die Form eines Drachen haben oder mit einem solchen verziert sind.

Ein großer Teil des Außenfassade der schillernden Casa Batlló, den die Einheimischen auch „Manzana de la Discordia“ nennen, ist mit Bruchstücken aus mehrfarbigen Keramikfliesen bedeckt. Dieser Technik – Trencadís genannt – hat sich Gaudi in den meisten seiner Kunstwerke bedient, z.B. auch in den Park Güell-Bänken. Die Raffinesse dieser Fassadenkunst zeigt sich vor allem, wenn direktes Sonnenlicht auf das Gebäude fällt: die Fliesen bewegen sich dann quasi, zusammen mit den bunten Glasfenstern, durch verschiedene Farbnuancen. Als Betrachter des Hauses entdeckt man, je nach Sichtweise und Phantasie, in der Fassade Knochen und Skelette, eiserne Masken oder Gesichter, gemischt mit immer neuen Blumenmustern und buntesten Farbkombinationen.

Wunderschön und spannend zugleich: die Casa Battló in Barcelona

ID 106168912 © Lukas Bischoff | Dreamstime.com

Das von außen schon atemberaubend schöne Gebäude, das Gaudís großartige Phantasie und herausragende Designfähigkeiten zeigt, ist auch von innen eine wahre Schönheit. Nehmen Sie sich unbedingt Zeit für einen Besuch dieser mehr als ungewöhnlichen Casa.

Über eine breite Holztreppe mit einem Geländer, das wie die Wirbelsäule eines großen Urtieres wirkt, gelangt man in den ersten Stock des Wunderhauses, in dem man scheinbar keine einzige gerade Linie entdeckt. Alles wirkt wie ganz natürlich entstanden und organisch gewachsen. Manch ein Besucher fühlt sich hier wie „im Inneren eines riesigen Wals“. Da wo es Linien gibt, sind sie weich und stets geschwungen, nie gerade und gezirkelt – das betrifft erstaunlicherweise auch die Türen und Fenster. Irgendwie wähnt man sich wie in einer zauberhaften gemütlichen Höhle. Im Inneren „seiner Casa“ hat Gaudí – typisch für den Modernisme-Architektur-Stil – viel Holz, Eisen, Keramik und Glas verwendet.

Für seine anspruchsvollen Bauherren hat der Meisterarchitekt sogar die Griffe der Türen und Fenster und die Stühle allesamt handfertigen lassen. Möbel stehen heutzutage allerdings nichts mehr in den Casa-Räumen. Details gibt es dennoch ohne Ende zu entdecken. Im ganzen Gebäude – auch in den hinteren Räumen - ist es überraschend hell. Der Grund: der von Gaudí angelegte aufwändige Lichthof, der im Zentrum des Gebäudes liegt und geschickt für eine quasi gleichmäßige Ausleuchtung der Räume sorgt. Das mit Glas überdachte Treppenhaus ist von oben bis unten mit blauen wunderschönen Kacheln verziert. Bis ganz nach oben in den Dachstuhl kann man per Treppe steigen oder mit dem Aufzug fahren – oben angekommen wundert man sich, dass sämtliche Wände weiß und ganz und gar schmucklos sind. Der Grund ist einfach: hier oben befanden sich früher nur die Putz- und Waschräume der Angestellten. Die Bediensteten von anno dazumal und die Besucher heute freuen sich am großartigen Ausblick, den man von der Dachterrasse über die Dächer von Barcelonas Innenstadt hat. Auf dem Dach hat Gaudí seine katalanische Jugendstil-Kunst dann wieder voll ausgelebt. Die Schornsteine z.B. sind nicht nur mit wunderschönen Mosaiken verziert, sondern auch funktionell perfekt durchdacht: auf den Schloten sitzen kleinen Hütchen, so dass auch in der damaligen Zeit schon sichergestellt war, dass der von unten aufsteigende Rauch bei jedem Wind- und Regenwetter problemlos abziehen konnte.

Die Casa Batlló steht seit 1962 unter Denkmalschutz und wurde 2005 zusammen mit anderen Werken Gaudís in Barcelona in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen. Aktuell befindet sich die Gaudí-Immobilie im Besitz der Familie Bernat, die 1995 eine umfassende Restaurierung ermöglichte.

Wichtige Informationen über die Casa Battló:

Die Adresse der Casa Batlló:

Passeig de Gracia 43
08007 Barcelona

Website: www.casabatllo.es

Metro: Passeig de Gràcia (L2, L3 und L4) – Bus: Linien 7, 16, 17, 22, 24 und 28

Bei der Stadtrundfahrt mit dem beliebten „Hop on/Hop off-Bus ist die Haltestelle „Passeig de Gràcia-Casa Battló“.

Die Öffnungszeiten:

Täglich, Montag bis Samstag von 9 bis 21 Uhr (der letzte Einlass ist um 20 Uhr).

Der Eintritt:

Erwachsene: 22,50 Euro

Jugendliche (von 7 bis 18 Jahre): 19,50 Euro

Kinder unter sieben Jahre haben freien Eintritt.

Um die erheblichen Warteschlangen zu vermeiden, empfehlen wir unbedingt die Casa-Tickets vorab im Internet zu ordern.

Die Casa Battló ist barrierefrei. Rollstühle in der Breite des Aufzugs und der Rampen, sowie Abstellräume für Kinderwagen und Koffer sind vorhanden - zudem gibt es behindertengerechte Toiletten.

Für hörgeschädigte – und natürlich auch normal hörende - Besucher gibt es einen Audio-Guide in zehn Sprachen (auch in Deutsch).

Für Sehgeschädigte und Blinde wird eine ganz individuelle Tour angeboten. In Kooperation mit der Sehbehinderten-Organisation „ONCE“ wurde ein dreidimensionales Modell der Casa Batlló inklusive der besonderen Fassade geschaffen. Blinde Besucher können so die Besonderheit und den Reiz der Formen und Ornamente von Gaudís Meisterwerk ertasten und spüren. Zudem werden Texte in Blindenschrift angeboten. Für den Begleiter oder die Begleiterin eines blinden Besuchers ist der Besuch übrigens kostenlos.

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