Kathedrale Sevilla

Die Kathedrale von Sevilla

ID 79012192 © Martinmates | Dreamstime.comDie Kathedrale von Sevilla (Catedral Santa María de la Sede), die Hauptsehenswürdigkeit der andalusischen Stadt und Bischofskirche des Erzbistums Sevilla, wurde von 1401 bis 1519 in die damals vor Ort bereits bestehende große maurische Moschee, der Mezquita Mayor, eingebaut. Sie ist heute die größte gotische Kathedrale Europas und das größte religiöse Gebäude Spaniens.

Das monumentale Gebäude mit einer Höhe von 42, einer Breite von 76 und einer Länge von 116 Metern hat fünf Kirchenschiffe, zahlreiche Seitenkapellen, die mit wertvollen historischen Gemälden von Murillo, Goya, Velázquez und Zurbarán ausgestattet sind und eine ungewöhnlich große Orgel. Die Kathedrale von Sevilla steht seit 1928 unter Denkmalschutz und gehört seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Außerdem sehenswert ist das Grabdenkmal des Christoph Kolumbus mit seinen Überresten im Inneren der Kathedrale. Der Sarkophag aus dem Jahre 1902 – der Verbleib der Gebeine von Kolumbus war nach mehrmaligen Atlantiküberquerungen lange ungewiss - befindet sich an der Puerta de la Lonja und wird von vier Herolden getragen, die für die Königreiche Kastilien, León, Aragón und Navarra stehen.

Das Innere der Kathedrale von Sevilla

ID 52319828 © Joe Sohm | Dreamstime.comSchon von außen beeindruckt die fünfschiffige Hallenbasilika durch ihre enormen Dimensionen – die Kathedrale in Sevilla ist - nach dem Petersdom in Rom und der St. Pauls Kathedrale in London - die drittgrößte der Welt.

Die wahre Größe offenbart sich dann im Inneren des beeindruckenden Gotteshauses: die klaren Proportionen und die Stern- und Netzgewölbe über den mächtigen Bündelpfeilern und der große Reichtum an Kunstschätzen ziehen jeden Besucher in den Bann – die Kathedrale Santa Maria de la Sede wird aufgrund ihrer spektakulären Kunstwerke auch als „Schatzkammer Spaniens“ bezeichnet.

Im Innern der Kathedrale, die man durch die majestätische Tür der Verzeihung (Puerta der Perdón) betritt, überrascht die enorme Größe und die Magie der Glas- und Gitterfenster.

Das zentrale Kreuzgewölbe im spätgotischen Stil ist 56 Meter hoch. Schauen Sie sich unbedingt die prachtvollen Grabplastiken aus dem Mittelalter an, die in der Kathedrale befinden. Im Mittelschiff befinden sich zwei große – spiegelbildlich gebaute - Orgeln mit barocken Prospekten aus massivem Holz.

Die Kapellen in der Kathedrale von Sevilla

Die Hauptkapelle, die Capilla Mayor ist mit geschnörkelten Gittern aus dem 16. Jahrhundert abgeschlossen. Der riesige und glänzende flämische Altaraufsatz (entstanden in den Jahren 1482–1525) ist mit 20 Metern Höhe der größte in Spanien. Die große Sakristei, ein wunderschöner Saal aus dem 16. Jahrhundert in Form eines griechischen Kreuzes, beherbergt die unschätzbar wertvolle Monstranz aus der Renaissance von Juan de Arfe. Die Kapelle im Schnörkelstil beeindruckt durch ihre monumentalen Ausmaße. In den anderen Kapellen und im Tesoro (dem Schatzraum) lassen sich faszinierende Kunstwerke von Murillo, Valdés, Zurbarán, Leal und anderen spanischen Künstlern bewundern.

Der beeindruckende Mittelpunkt der prächtigen Capilla Mayor, dem Hauptaltarraum, ist der vergoldete Hochaltar, der Retablo Mayor von 1482, der mit 23 x 20 Meter den größten christlichen Altar der Welt darstellt. Zwölf spanische Bildhauer schnitzten achtzig Jahre an diesem Meisterwerk mit 1000 Szenen aus dem Leben Jesus Christus und der Bibel, das den Reichtum der damaligen Stadt versinnbildlicht. In dem Renaissancebau der königlichen Kapelle befinden sich die Königsgräber von Alfons X und Ferdinand III..

Unser Tipp: wenn Sie nach einer anstrengenden Citytour etwas Ruhe brauchen, besuchen Sie den magisch wirkenden Innenhof der Kathedrale, der in den warmen Monaten idyllisch und wie eine Oase der Stille im Schatten von 60 Apfelsinen- und Orangenbäumen liegt. Der 3500 Quadratmeter große Patio de los Naranjos, der Orangenhof, ist der ehemalige Vorhof der Moschee. Der westgotische Springbrunnen wurde von den Mauren für rituelle Waschungen genutzt. Um den Besuch in der Kathedrale abzuschließen, verlassen Sie das faszinierende Gebäude über die Puerta der Perdón.

Die Kathedrale kann montags von 16.30 bis 18.00 Uhr kostenlos besichtigt werden.

Wenn Sie die Kathedrale besuchen möchte, planen Sie bitte eine Wartezeit mit ein. Die Kathedrale gehört aktuell zu den meist frequentierten Ausflugszielen in Andalusien und Sevilla und ist dementsprechend überlaufen. Der Wartebereich befindet sich an der Sonnenseite des Gebäudes, so dass wir Ihnen empfehlen kalte Getränke und Sonnenschutz mitzunehmen, wenn die Wartezeit länger dauern sollte. Kalkulieren Sie wenn Sie am Tor der Kathedrale stehen eine Wartezeit von ca. 15 bis 20 Minuten ein.

Adresse und Anreise Kathedrale von Sevilla:

Catedral Santa María de la Sede
Avenida de la Constitución
Offizielle Webseite der Kathedrale von Sevilla

Die Kathedrale liegt mitten im Zentrum von Sevilla in der Avenida de la Constitución neben dem Fluss Canal de Alfonso XIII. Wenn Sie mit dem Bus anreisen, hält dieser am Busbahnhof an Plaza de Armas. Von dort geht ein etwa 1,5 Kilometer langer Fußweg entlang der Calle Arjona , dann links abbiegen in die Calle Adriano und dann in die Calle Arfe.

Wenn Sie lieber nicht zu Fuß gehen wollen: nehmen Sie am Plaza de Armas den Bus der Linie 3 Richtung „Bellavista“ und steigen an der Haltestelle „Paseo Cristóbal Colón“ aus. Von her gehen Sie zu Fuß durch die Calle Dos De Mayo bis zur Kathedrale. Alternativ: laufen Sie vom Plaza de Armas bis zum Plaza Nueva und nehmen dort den Bus der Linie T1.

Wenn Sie mit dem Zug zum Bahnhof Sevilla Santa Justa anreisen: nehmen Sie die Linie 21 Richtung Plaza de Armas und steigen an der Haltestelle Menéndez Pelayo aus. Von hier sind es noch 800 Meter nach rechts.

Noch ein Hinweis zum Schluss: Es besteht für die Kathedrale zwar keine offizielle Kleiderordnung, die Besucher werden aber gebeten – mit recht auffälligen Schildern - diese heilige Stätte zu respektieren. So werden Frauen, vor allem im Sommer, aufgefordert nackte Schultern mit einem Tuch zu bedecken und einen Rock oder eine Hose zu tragen, die bis über das Knie reichen, das Gleiche gilt für Männer.

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