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Córdoba, die ehemals bedeutendste Stadt des Abendlandes

Córdoba liegt in Südspanien auf einer Höhe von 120 Metern über dem Meer und ist die Hauptstadt der Provinz Córdoba. Die drittgrößte Stadt Spaniens hat etwa 260.000 Einwohner und ist eine der historisch bedeutsamsten Orte auf der iberischen Halbinsel, die Vorläufer von Córdoba reichen bis in die Römerzeit zurück. Noch heute ist die Stadt geprägt von diversen charakteristischen Bauten aus der Zeit, als die Stadt von den Mauren besetzt war.

Damals, etwa vom achten bis ins elfte Jahrhundert, war das maurische Córdoba das Zentrum der Regierung und der Gelehrsamkeit im ganzen spanischen Herrschaftsraum und mit zeitweise rund einer halben Million Einwohner eine der größten Städte der Welt – vergleichbar nur noch mit den Metropolen Byzanz und Bagdad. Schon früh, um 756, wurden hier neuartige Bewässerungsmethoden und bis dahin unbekannte Kulturpflanzen eingeführt. Um die erste Jahrtausendwende gab es in der Stadt sogar erste Straßenbeleuchtungen.

Heute gehört Córdoba mit Granada und Sevilla zu den drei großen bedeutenden Städten in Andalusien, gilt aber als ruhiger und beschaulicher.

Cordoba – Stadt des jüdisch-maurischen Kulturerbes

Córdoba liegt am Fuße der Sierra Morena in einer Senke des Flusses Guadalquivir und verfügt über ein sogenanntes kontinentales Mittelmeerklima, das stark vom nahen Atlantik geprägt ist. Die Winter hier – mit sehr seltenen Frosttagen - sind mild, die Sommermonate mit den höchsten in ganz Europa gemessenen durchschnittlichen Höchsttemperaturen von etwa 40 Grad extrem heiß. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Juli und August bei etwa 27 Grad. Niederschläge gibt es meist nur in den kühleren Monaten Dezember bis Februar. Die höchste jemals in Córdoba gemessene Temperatur betrug im Juli 2017 46,9 Grad im Schatten. Die tiefste hier je gemessene Temperatur lag bei sehr ungewöhnlichen -8,2 Grad Ende Januar 2005.

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Córdoba: eine der größten touristischen Anziehungspunkte Spaniens

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit und das wichtigste Bauwerk von Córdoba ist zweifellos La Mezquita, die Moschee-Kathedrale, die eine der größten in Europa und bereits seit 1984 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Die heutige Kathedrale wurde 784 als Moschee erbaut und seither mehrfach erweitert.

Als Moschee wäre die riesige Kirche heute mit ihrer Ausdehnung auf 23.000 Quadratmetern die drittgrößte Moschee der Welt. Besonders beeindruckend ist das Spiel von Licht und Schatten innerhalb der Kathedrale, das von ca. 800 Marmorsäulen in Parallelreihen, die jeweils zwei übereinanderliegende riesige Bögen tragen, erzeugt wird.

Nicht wenige Besuche sprechen von übernatürlich schönen Farbspielen, die sich hier dem Besucher offenbaren. Sehenswert ist der um 960 errichtete gewölbte Mihrab, der Grabschrein mit seinen wunderschönen byzantinischen Mosaiken. Er gilt als bedeutendste Gebetsnische maurischer Herkunft in Europa. Erst 1236 wurde die Moschee von den Christen als Kathedrale geweiht.

Beachten Sie bei einem Besuch der faszinierenden Mezquita-Kathedrale auch das monumentale Kirchenschiff in der Mitte, das ab 1523 über 234 Jahre im Renaissance-Stil erbaut wurde und den schönen Innenhof mit dem berühmten Almazor-Brunnen.

Córdobas Altstadt: UNESCO-Weltkulturerbe seit 1994

Jenseits dieses städtebaulichen und architektonischen Wunderwerks zeigt Córdoba einen eher bedächtigen Charme, ist aber eines der absoluten Touristen-Highlights in Andalusien und bei Spanienurlaubern ein ganzjährig äußerst beliebtes Reiseziel. Aufgrund der schon beschriebenen Hitze im Sommer, die wirklich unbarmherzig ist, empfehlen wir einen Besuch in Córdoba eher im Frühling oder Herbst.

Die eigentliche Altstadt von Córdoba ist heute das ehemalige Judenviertel Juderia. Sie entstand im zehnten Jahrhundert, als sich damals viele Juden in dem als tolerant geltenden Kalifat niederließen. Die Altstadt ist seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe und besticht durch weiß gekalkte schmucke Häuser, nach Blüten riechenden malerischen Innenhöfen und schmalen historischen Gassen. Wir empfehlen insbesondere die Calleja de las Flores, in der die Bewohner alle Häuser mit wunderschöner Blumendekoration geschmückt haben.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Puente Romano, die Römische Brücke, die mit 16 Bögen verziert ist und über den Rio Guadalquivir zur Kathedrale Mezquita führt. Die Brücke wurde von den Römern errichtet und war einst Teil der berühmten antiken Via Augusta. Die Puente Romano kennen Serienfans aus der weltweit erfolgreichen Fantasyserie „Game of Thrones“ als die „Lange Brücke von Volantis“. Am der Altstadt abgewandten Ende der Brücke befindet sich der Torre de la Calahorra, ein im Mittelalter erbauter Wachturm. Heute beherbergt er ein Museum, das sich mit dem Zusammenleben der verschiedenen Religionen in der Kalifatzeit beschäftigt.

Als vielbeachtete Sehenswürdigkeit gilt in Córdoba auch der Alcázar de los Reyes Cristianos, die im 14. Jahrhundert errichtete maurische Schlossanlage der christlichen Könige mit einer auf verschiedenen Ebenen angelegten, sehenswerten weitläufigen Gartenanlage. Die lauschigen schönen Gärten grenzen direkt an die Mauern der Anlage und beherbergen neben prächtigen liebevoll angelegten Blumenbeeten, Wasserbecken und Springbrunnen und sind in den Sommermonaten bis Mitternacht geöffnet.

Die Medina Azahara ist eine ehemalige maurische Königsstadt, die heute nur noch in Ruinen zu besichtigen ist, aber ein unbedingt lohnendes Ausflugsziel ist. Nach 936 haben über 10.000 Arbeiter 25 Jahre lang an der Palaststadt gebaut. Die rechteckig und auf drei Stufen terrassenförmig angelegte Medina Azahara schmiegt sich an einen Berghang über Córdoba. Selbst die Ruinen lassen den Prunk und die Pracht der damaligen Anlage erahnen, in der damals überwiegend ausländische Staatsgäste beherbergt und empfangen wurden. Nach Plünderungen und Jahrzehnten des Verfalls entdeckten Archäologen 1910 die Medina wieder und begannen die Ruinen freizulegen.

Einen Besuch wert sind auch die Las Ermitas auf den Höhen, der die Stadt umgebenden Sierra Córdoba. Die Siedlungen wurden von Eremiten in frühchristlicher Zeit aufgebaut. Von hier oben ergibt sich ein herrlicher Panoramablick auf Córdoba und eine beruhigende meditative Stille. Wer fit ist kann die historische Siedlung auch zu Fuß über den drei Kilometer langen Wanderweg von El Brillante aus erreichen.

Viel gelobt ist in Córdoba die Gastronomie. Traditionell werden hier viele landwirtschaftliche Produkte frisch von den umliegenden Feldern und Flussebenen zubereitet. Das Olivenöl aus dem südlichen Teil Andalusiens wird häufig verwendet. Die Küche ist geprägt von rustikalen Eintöpfen und herzhaftem Geschmorten. Viel verwendet sich Gewürze wie Oregano, Minze, Estragon kombiniert mit Reis, Spinat und Aubergine. Als typische Gerichte der cordobanischen Küche gelten u.a. panierte und gebratene Schinkenröllchen mit Käsefüllung (Flamenquines) oder Lamm in Honig (Cordero a la Miel).

Vor allem im Frühling findet in Córdoba ein Fest nach dem anderen statt, im Mai z.B. das berühmte Concurso de Patios Cordobeses, ein Wettbewerb, bei dem alljährlich der schönste und gepflegteste Patio in Córdoba ausgezeichnet wird. Aus Anlass des Events sind auch Innenhöfe, die sonst für Touristen nicht zugänglich sind, geöffnet. Die UNESCO hat das beliebte Fest 2012 zum sogenannten „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ ausgezeichnet.

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